Wieder in der Zivilsation angekommen (Taupo) hab ich nun endlich Luft euch zu berichten was ich alles tolles erlebt habe. Los ging es mit einer 3 Taegigen Kanutour ueber den Whanganui River und somit durch den Whanganui National Park. Wir zwei, Karen und ich, nicht besonders erfahrende Kanufahrer wurden nachdem wir alles wasserfest in unsere Tonnen verpackt hatten einfach so von unsere Vermietung in ein gruenes Boot gesetzt und auf den River geschoben. Quasi hinterher gerufen kam dann noch der Tip: “Bei Stromschnellen einfach weiterpaddeln”! Stromschnellen???!!!! Wie bitte? Ja klasse.. Dementsprechend war unsere Stimmung zu anfangs etwas gedrueckt und als dann das das erste Anzeichen eines etwas schnelleren Flusslaufes erschien hatten wir doch leichte Panik. Kaum waren wir aber durch und leider entgegend der Fahrtrichtung paddelten wir doch immernoch sitzend im Kanu und haben somit unsere erste kleine Stroemung ueberstanden, geht doch. Schnell lernten wir diese schnelleren Passagen sogar zu schaetzen, da man auch auf einem fliessenden Fluss manchmal das Gefuehl hat man bleibe EGAL wie feste man Paddelt einfach auf einer Stelle. Doch nach den ersten 31 Kilometern sind wir dann doch rechtzeitig um einen Platz in der Huette zu ergattern angekommen und konnten den Abend mit lesen, kniffeln und ganz wichtig ESSEN verbringen. Doch kaum war es dunkel hiess es nicht nur fuer uns: ab ins Bett morgen muessen wir nochmal ran!
Tag 2 gestaltete sich dann aehnlich anstregend wie der vorherige auch. Der Fluss ist an manchen Stellen immernoch nicht schneller geworden und das Paddeln war man nach einiger Zeit doch iwie leid. Das Wetter war aber tausend mal besser und anstatt im Regen konnten wir nun im Sonnenschein paddeln und ich hab mich ueber meine immer brauner werdenden Beine gefreut! Dazu bekamen wir noch Abwechslung durch einen Walk zur Bridge to Nowhere, einer Betonbruecke mitten im Regenwald. Was die da soll hab ich immernoch nicht verstanden und es sah einfach nur komisch aus. Das Anlegemanoever muessen wir jedenfalls auch noch ueben und da ich meine Flip Flops geschickterweise an der Huette vergessen hatte, blieb mir auch nichts anderes ueber al die 1 1/2 Stunden Barfuss durch den Urwald zu latschen. Aber was solls.. ich habe mich der Natur in diesen Tagen eh sehr nah gefuehlt. Bio-Kompost Toiletten und keine Duschen haben mir dabei sehr geholfen! (Ihhhhh) Am Ende des 2ten Tages wurden wir aber noch positiv ueberrascht. Die naechste Huette lag auf einem Gebiet, das nicht nur dem DOC (Department of Conversation) gehoert sondern auch den Ureinwohnern Neuseelands, den Maoris. Da eine amerikanische Christengruppe mit den Maoris eine Kanutour gebucht hatten war dort also extra viel los. Gut fuer uns denn so sind wir nicht nur in den Genuss einer traditionellen Willkommensfeier sondern auch in ganz viel leckeres Essen gekommen. Dazu haben uns die die Maorifrauen noch gezeigt wie man aus den tollen Blackstones vom Fluss mithilfe einer Pflanze ganz tolle Ketten machen konnte. Es hat sich zwar ein weing wie Kinderbetreuung angefuehlt war aber einfach wunderschoen so nah in Konakt mit einer so anderen Kultur zu kommen. Die waren einfach so super nett, gastfreundlich und herzensgut! Am liebsten waere ich noch ein paar Tage laenger geblieben… doch der letzte Tag blieb noch ueber und vor genau diesem hatten wir fast panische Angst. Denn hier lauerte die Gefahr der “etwas staerkeren Stromschnellen, bei denen ungefaehr jedes zweite Boot kentern” ja super! Nachdem ich die ganze Nacht also wachlag weil ich Alptraeume von Wasserfaellen und Sandflies (aetzenden Muecken die einen einfach nur total aufressen) hatte ging es am naechsten morgen schoen frueh los, damit wir auch mit kentern puenktlich am Ziel ankommen.
Was soll ich sagen, es war ein heiden Spass! Mit kreischen und schreien haben wir uns selbst angefeuert sind mit ach und krach paddelnd durch die “Rapids” gekommen und mussten jedesmal anhalten um das viele Wasser aus dem Kanu zu schoepfen. Aber gekenternt sind wir nicht und das macht uns immernoch Stolz wie Oskar!
So ging der Tag also rum und abends im Hostel angekommen wurde auch gleich das Abendteuer fuer den folgenden Tag gebucht. Das Tongario Alpine Crossing!
Morgens um 6 Uhr hiess es mal wieder Aufstehen! Ab in den Bus und los zu einer 19.4km langen Wanderung durch den Tongario National Park. Bei klarem Himmel soll es die schoenste Tageswanderung Neuseelands sein und ganz nebenbei wird man durch ganz Moordoor und am Schicksalsberg vorbei aus Herr der Ringe gefuehrt. Was soll ich sagen.. wir hatten viel Nebel! Aber es war trotzdem Atemberaubend. Ich bin warscheinlich sogar fast froh, dass wir anfangs so schlechtes Wetter hatten denn so konnte ich den Aufstieg auf 1900 Meter (von 1100m) wenigstens nicht sehen und nur in den Knochen fuehlen. Rauf ging es also die ersten 3 Stunden, am Anfang noch sachte spaeter bis auf den Red Crater, einem nicht mehr aktiven Vulkan, hiess es dann aber beinahe auf allen Vieren rauf! Es war mega anstrengend und ich habe wegen den vielen Wolken nichtmal einen Blick auf den Schicksalsberg werfen koennen ABER kaum oben, voellig fertig angekommen, wurde der Himmel immer stellenweise blau und die uns zu Fuessen liegenden Emerald Lakes haben tuerkis-gruen geleuchtet. Es war richtig urig und wie immer war die Anstrengung, der starke Wind, die eisige Kaelte und die Angst von diesem steilen Vulkan geweht zu werden sofort weg. Fast im Laufschritt sind wir den Red Crater wieder runter. Mehr rutschend als gehend ging es durch den Lavasand nach unten und es war einfach UNGLAUBLICH! Wir haben so viel gesehen und hier und da sah man Schwefel aufsteigend der aus der Erde kam. Doch kaum wollten wir weiter verschwanden die Seen auch wieder im Nebel und so konnten wir uns fuer die restlichen Kilometer losreissen. Rundherum um den Central Crater ging es dann und eigentlich wurde das Wetter immer besser, man konnte immerhin sehen wohin und wer vor einem lief. Nochmal ein bisschen Berg auf befanden wir uns dann aber eigentlich auch schoen wieder auf dem Abstieg zu einer Huette und danach zum Parkplatz. Das dies aber 4 Stunden dauern wuerde haben wir wirklich nicht geglaubt. Zu anfangs noch total gluecklich, aufgeregt und immer noch begeistert von dem was um uns herrum ist wurde uns schnell klar, dass der Abstieg auf 750 Meter ganz und garnicht schnell verlaeuft und scheinbar niemals enden wird. Vorallem der letzte Teil durch den Regenwald mit Kniehohen Stufen hat einem die letzte Kraft geraubt aber wie ihr seht hab ich es ueberlebt. Nach gut 7 Stunden 19.4 Kilometer kann ich total gluecklich zurueck blicken einen Vulkan bestiegen und einfach unbeschreibliches gesehen zu haben, nur der Musekelkater in den Beinen wird mich heute wohl noch an den unangenhemen Teil erinnern!
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